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Ladendiebstahl: Einzelhandel verliert 5 Mrd. Euro

November 5, 2015

Warenschwund kostete den Einzelhandel in Deutschland im letzten Jahr rund 5 Mrd. Euro, was 1,08 % des Umsatzes entspricht. Hauptursache sind Ladendiebe – von Gelegenheitsdieben bis kriminellen Banden. Zu diesen Ergebnissen kommt das „Globale Diebstahlbarometer 2014/2015“, die weltweit größte Studie zu den Ursachen und Kosten von Warenschwund im Einzelhandel, unterstützt von Checkpoint Systems.

Weltweit beläuft sich der Schaden auf insgesamt rund 93 Mrd. Euro (1,23 % des Umsatzes). In Europa sind es mit fast 31 Mrd. Euro etwa 1,05 % des Umsatzes, die der Einzelhandel verliert.

Zur Studie

Die unabhängige Studie „Das Globale Diebstahlbarometer 2014/2015“ wurde von The Smart Cube (London) unter Mitwirkung von Einzelhandelsanalyst Ernie Deyle erstellt. Sie basiert auf Befragungen von 203 Einzelhändlern in 24 Ländern, die 2014 einen Umsatz von insgesamt über 750,7 Mrd. Euro erwirtschaftet haben. Die Befragungen wurden sowohl anhand von telefonischen Tiefeninterviews als auch anhand von schriftlichen, quantitativen Interviews durchgeführt.

Deutschland bewegt sich hinsichtlich der Höhe des Warenschwunds im Mittelfeld der 24 untersuchten Länder. Am wenigsten wird in Norwegen (0,75 % des Umsatzes), der Schweiz (0,76 %) und Frankreich (0,81 %) gestohlen, die höchsten Verluste melden Mexiko (1,68 %), die Niederlande (1,48 %) und Finnland (1,38 %). Eine Analyse von Mehrfachteilnehmern hat ergeben, dass weltweit der Warenschwund deutlich zugenommen hat (von 0,94 % in 2013/14 auf 1,42 % in 2014/15), während er in Europa leicht rückläufig war (von 1,02 % auf 0,96 %).

Jeder Haushalt zahlt 224 Euro

Auch im deutschen Einzelhandel hat sich die Situation zwar leicht entspannt. Von Entwarnung kann jedoch keine Rede sein. Neben administrativen Fehlern, die mit rund 19 % zu Buche schlagen, gilt Diebstahl nach wie vor als Hauptursache für Warenschwund: 65 % der Verluste gehen auf das Konto von Ladendieben, darunter auch professionelle Banden. Für 11 % sind unehrliche Mitarbeiter verantwortlich, gefolgt von betrügerischen Lieferanten/Herstellern (5 %). Berücksichtigt man dazu die Ausgaben des Handels für die Verlustprävention, zahlt jeder Haushalt hierzulande rein rechnerisch eine „Diebstahl-Steuer“ von 224 Euro.

Besonders in der bevorstehenden Weihnachtszeit hat Ladendiebstahl laut Diebstahlbarometer Hochkonjunktur. Nach Angaben der Einzelhändler lassen sich gestohlene Artikel gut z. B. unter dicker Winterbekleidung verbergen. Abgesehen haben es Diebe vor allem auf kleine und teure Markenartikel, die sich gut weiterverkaufen lassen. Modeaccessoires, Schuhe, Elektrowerkzeuge, Batterien, Smartphones und entsprechendes Zubehör, Wein und Spirituosen, Käse sowie Rasierklingen und Kosmetikartikel gehören zu den am häufigsten gestohlenen Waren.

Ladendiebstahl schadet nicht nur den Margen des Handels, sondern auch der Warenverfügbarkeit in den Geschäften. Dass Verbraucher dort die gewünschten Produkte auch vorfinden, ggf. ausprobieren und direkt mit nach Hause nehmen können, ist für den stationären Einzelhandel immens wichtig, um seine Vorteile gegenüber dem Online-Handel auszuspielen.

Wettrüsten zwischen Dieben und Einzelhändlern

Während Ladendiebe auf immer raffiniertere Methoden setzen, hält der Einzelhandel mit Sicherheitsmaßnahmen dagegen. Rund 1,31 % des Umsatzes gaben deutsche Einzelhändler im vergangenen Jahr für Sicherheitstechnik aus. Neben der elektronischen Artikelsicherung sowie Alarm- und Videoüberwachung, die bei rund zwei Drittel der Händler zum Einsatz kommen, investierten sie auch vermehrt in die Weiterbildung und Sensibilisierung ihrer Mitarbeiter. Ziel ist es heutzutage keineswegs mehr, möglichst viele Diebe zu fangen, sondern verstärkt in Präventionsmaßnahmen zu setzen. Zudem sollen die ehrlichen Kunden nicht in ihrem Einkaufserlebnis beeinträchtigt werden. Immer häufiger werden daher intelligente Sicherungslösungen eingesetzt; darunter auch solche, die potenzielle Diebe schon beim Betreten eines Geschäfts entlarven sollen.

Der Bericht zum Globalen Diebstahlbarometer 2014-2015 kann über www.GlobalRetailTheftBarometer.com bezogen werden.

Zudem ist dort ein Video verfügbar, das einen Überblick über die wichtigsten Ergebnisse der Studie liefert.

 

Um an der Studie 2015/2016 teilzunehmen, registrieren Sie sich bitte unter:

www.GlobalRetailTheftBarometer.com