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Studie Globales Diebstahlbarometer Ladendiebstahl: Einzelhandel verliert 5 Mrd. Euro

November 4, 2015

Warenschwund kostet den Einzelhandel in Deutschland 1,08 % des Umsatzes, weltweit sogar 1,23 %. Hauptursache sind Ladendiebe – von Gelegenheitsdieben bis kriminellen Banden. Am meisten wird in der Weihnachtszeit gestohlen.

Hirschhorn, 4. November 2015. Einfach nehmen anstatt zu bezahlen – Ladendiebstahl beschert dem Einzelhandel jedes Jahr Milliardenschäden. Den deutschen Einzelhandel kostete Warenschwund im letzten Jahr rund 5 Mrd. Euro. Das entspricht 1,08 % des Umsatzes, so das „Globale Diebstahlbarometer 2014/2015“, die weltweit größte Studie zu den Ursachen und Kosten von Warenschwund im Einzelhandel, unterstützt von Checkpoint Systems (Hirschhorn). Weltweit beläuft sich der Schaden auf insgesamt rund 93 Mrd. Euro (1,23 %). In Europa sind es mit fast 31 Mrd. Euro etwa 1,05 % des Umsatzes, die der Einzelhandel verliert.

Laut den Forschern von The Smart Cube (London), die die Studie gemeinsam mit Einzelhandelsanalyst Ernie Deyle durchgeführt haben, bewegt sich Deutschland im Mittelfeld der 24 untersuchten Länder. Am wenigsten wird in Norwegen (0,75 % des Umsatzes), der Schweiz (0,76 %) und Frankreich (0,81 %) gestohlen, die höchsten Verluste melden Mexiko (1,68 %), die Niederlande (1,48 %) und Finnland (1,38 %). Eine Analyse von Mehrfachteilnehmern hat ergeben, dass weltweit der Warenschwund deutlich zugenommen hat (von 0,94 % in 2013/14 auf 1,42 % in 2014/15), während er in Europa leicht rückläufig war (von 1,02 % auf 0,96 %).

Jeder Haushalt zahlt 224 Euro

Auch im deutschen Einzelhandel hat sich die Situation zwar leicht entspannt. Von Entwarnung kann jedoch keine Rede sein. Neben administrativen Fehlern, die mit rund 19 % zu Buche schlagen, gilt Diebstahl nach wie vor als Hauptursache für Warenschwund: 65 % der Verluste gehen auf das Konto von Ladendieben, darunter auch professionelle Banden. Für 11 % sind unehrliche Mitarbeiter verantwortlich, gefolgt von betrügerischen Lieferanten/Herstellern (5 %). Berücksichtigt man dazu die Ausgaben des Handels für die Verlustprävention, zahlt jeder Haushalt hierzulande rein rechnerisch eine „Diebstahl-Steuer“ von 224 Euro.

Besonders in der bevorstehenden Weihnachtszeit hat Ladendiebstahl laut Diebstahlbarometer Hochkonjunktur. Nach Angaben der Einzelhändler lassen sich gestohlene Artikel gut z. B. unter dicker Winterbekleidung verbergen. Abgesehen haben es Diebe vor allem auf kleine und teure Markenartikel, die sich gut weiterverkaufen lassen. Modeaccessoires, Schuhe, Elektrowerkzeuge, Batterien, Smartphones und entsprechendes Zubehör, Wein und Spirituosen, Käse sowie Rasierklingen und Kosmetikartikel gehören zu den am häufigsten gestohlenen Waren.

„Ladendiebstahl schadet nicht nur den Margen des Handels, sondern auch der Warenverfügbarkeit in den Geschäften. Dass Verbraucher dort die gewünschten Produkte auch vorfinden, ggf. ausprobieren und direkt mit nach Hause nehmen können, ist für den stationären Einzelhandel immens wichtig, um seine Vorteile gegenüber dem Online-Handel auszuspielen“, erklärt Hans-Jürgen Nausch, Warenschwundexperte von Checkpoint Systems.

Wettrüsten zwischen Dieben und Einzelhändlern

Während Ladendiebe auf immer raffiniertere Methoden setzen, hält der Einzelhandel mit Sicherheitsmaßnahmen dagegen. Rund 1,31 % des Umsatzes gaben deutsche Einzelhändler im vergangenen Jahr für Sicherheitstechnik aus. Neben der elektronischen Artikelsicherung sowie Alarm- und Videoüberwachung, die bei rund zwei Drittel der Händler zum Einsatz kommen, investierten sie auch vermehrt in die Weiterbildung und Sensibilisierung ihrer Mitarbeiter. Ziel sei es heutzutage keineswegs mehr, möglichst viele Diebe zu fangen, wie Hans-Jürgen Nausch betont: „Die Zeichen stehen auf Prävention. Jeder gefangene Dieb stiehlt dem Einzelhändler schließlich zusätzlich wertvolle Zeit – da ist es besser, wenn es gar nicht erst soweit kommt.“ Zudem sollen die ehrlichen Kunden nicht in ihrem Einkaufserlebnis beeinträchtigt werden. Immer häufiger werden daher intelligente Sicherungslösungen eingesetzt, die den ehrlichen Kunden während des Einkaufens nicht beeinträchtigen. Darunter auch solche, die potenzielle Diebe schon beim Betreten eines Geschäfts entlarven sollen.

Zur Studie

Die unabhängige Studie „Das Globale Diebstahlbarometer 2014/2015“ wurde von The Smart Cube (London) unter Mitwirkung von Einzelhandelsanalyst Ernie Deyle erstellt. Sie basiert auf Befragungen von 203 Einzelhändlern in 24 Ländern, die 2014 einen Umsatz von insgesamt über 750,7 Mrd. Euro erwirtschaftet haben. Die Befragungen wurden sowohl anhand von telefonischen Tiefeninterviews als auch anhand von schriftlichen, quantitativen Interviews durchgeführt.

Der Bericht zum Globalen Diebstahlbarometer 2014-2015 kann über www.GlobalRetailTheftBarometer.com bezogen werden.

Über The Smart Cube

The Smart Cube ist ein globales Dienstleistungsunternehmen, spezialisiert auf die kundenspezifische Forschung und Analyse. Es unterstützt Unternehmen dabei kritische Entscheidungen zu treffen, basierend auf maßgeschneiderter Intelligenz und Einblicken. 2003 gegründet, hat The Smart Cube über sein globales Netzwerk von 500 Analysten mehr als 19.000 Studien durchgeführt. Das Unternehmen mit Sitz in London verfügt über Fachkräfte im gesamten asiatisch-pazifischen Raum, den Vereinigten Staaten, Europa und Lateinamerika.
http://www.thesmartcube.com
Twitter: @TSCInsights

Über Checkpoint Systems

Checkpoint Systems ist ein weltweit führender Lösungsanbieter zur Steigerung der Warenverfügbarkeit im Handel, einschließlich der Verlustprävention und der Warensichtbarkeit. Checkpoint bietet Komplettlösungen an, mit denen Einzelhändler in Echtzeit einen präzisen Überblick über ihr Inventar erhalten, den Lagerumschlag beschleunigen, Out-of-Stock-Situationen vermeiden und Ladendiebstahl reduzieren können. Auf diese Weise sichern sie eine hohe Warenverfügbarkeit und verbessern das Einkaufserlebnis für Konsumenten. Die Lösungen von Checkpoint Systems basieren auf 45 Jahre Erfahrung mit Radiofrequenz-Technologie. Zu den Kernkompetenzen zählen die Sicherung von hochdiebstahlgefährdeten Produkten und die Verlustprävention, RFID-Hardware, Software und umfassende Lösungen zur Markenkennzeichnung, Sicherung und Verfolgung von Waren – von der Herstellung bis zum Verkaufsregal. Durch die Einführung der Lösungen für eine höhere Warenverfügbarkeit können Kunden von Checkpoint sicherstellen, dass ihre Waren am richtigen Ort und zur richtigen Zeit verfügbar sind, wenn der Konsument bereit zum Einkauf ist, und so von zunehmenden Umsätzen und Gewinnen profitieren. Das an der New Yorker Börse notierte Unternehmen (NYSE: CKP) operiert in nahezu allen Erdteilen und beschäftigt weltweit 4.700 Mitarbeiter. Der Sitz der deutschen Niederlassung ist in Hirschhorn am Neckar. Checkpoint engagiert sich auf internationaler und nationaler Ebene in Verbänden, Organisationen und Arbeitsgruppen. In Deutschland zählen hierzu das EHI Retail Institute und GS1 Germany.
http://www.checkpointsystems.com
Twitter: @checkpointsys